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“Fremde Häuser” von Hanka

Manchmal gehst du in ein fremdes Haus,
und du fühlst dich darin wohl.
Du setzt dich, als wärst du zu Hause,
atmest das Holz und öffnest den Wein.
So ist es bei dir, mein Freund.
Gut, dass du kamst.

Manchmal gehst du in ein fremdes Haus,
und alles ist fremd.
Du stehst unsicher da
machst kleine Schritte, mit lauschenden Ohren.
Du siehst einen kleinen Fisch im Aquarium,
beobachtest ihn versonnen.
Trittst du nach Stunden ins Freie,
denken die Nachbarn, du bist eine Freundin der Familie.
Auf einmal merkst du, du bist zu lange geblieben.

Manchmal gehst du in ein fremdes Haus,
und es ist wie ein Garten.
Es lädt dich zur Arbeit ein.
Du weißt sofort, hier musst du lange bleiben.
Du fängst an den Boden umzugraben
und Samen in die Furchen zu legen.
Tätig freust du dich auf die Ernte.

Manchmal trittst du aus der Stadt heraus
und siehst einen Apfelbaum.
Die Äpfel werden ohne Haus drumherum rot und reif.
‘Wie von selbst’, denkst du.
Dabei nimmt der Baum alles, was er kriegen kann.
Wasser, Erde, Sonne, Wind.

Ein schöner Gedanke – alles
nehmen, was du kriegen kannst!
Und im Herbst süße Früchte
in die fremden Häuser werfen.

 

 


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