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“Alexithymie” von Hanka

Ich öffne meinen Mund,
erzähle dir von meinen Gedanken.
Ich öffne mein Herz,
beschreibe dir meine Empfindungen,
spreche noch einmal,
lausche dem Nachhall.
Worte tropfen
aus meinem

Innen.

Sprechend löse ich Knoten,
die die Erlebnisse des Tages
zurückgelassen.
Die Zunge holt das Herz herauf,
trägt es in endlosen

Minuten.

Ich spreche für mich
wünsche ein Ziel, in dir.
Ich werde langsam.
Ich werde leise.
Ich werde stumm.
Du hörst die Wörter,
du hörst das Verstummen,
es findet keinen Eingang
in dich,
seit

Jahren.

Was bin ich für dich, frage ich.
ALLES, sagst du.
Ich fühle mit dir – sagst du NIE.
Die Zeit vergeht gnadenlos,
unsere Chance, lebendiger zu sein,
rinnt begleitet vom Nieselregen meiner Tränen
in den nächsten

Gully.

A l e x i t h y m i e
Dein blindes Gespenst,
verloren in sich selbst,
nie verbunden, hält es dich fest umhüllt.
Lebensbedrohlich für dich es wegzuschicken.
Nie wieder willst du spüren, erleben,
was dich stumm
gemacht

hat.

Seit ich das weiß, verstehe ich,
was uns jahrelang geschehen ist,
kann ich dich wieder aushalten

und halten.

 

 


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