„Impro-Theater“ von Sylvia Eggert


Aufgebrochen war ich, um Lichtblicke zu fangen und Schattenbilder zu suchen. Als Licht-und-Schatten-Jägerin sozusagen …

Doch dann war es wie so oft im wahren Leben: Jemand machte meinen Plänen einen Strich durch die Rechnung: Eine riesige, dunkle Wolke, die sich genau in dem Moment vor die Sonne schob, als ich aufbrechen wollte, um loszugehen. Auch wie im wahren Leben: Immer kommt irgendetwas dazwischen …

Dazwischen kam dieses Mal die graue Wolke, die sich am Himmel dehnte und reckte und sich quer über die Sonne legte und damit deren Lichtschein so stark dimmte, dass sich auch die Schatten auflösten in ein Nichts.

Na prima. Woher nun Licht-und-Schatten-Impressionen nehmen, wenn nicht stehlen?!

Ich wartete und wartete, dass sich die Wolke verzöge. Vergeblich. Die Zeit verging, verrann …

Da half es nur, sich auf Künste zu besinnen, die ich im Laufe meines Lebens allmählich immer besser gelernt habe:

Die Kunst zu improvisieren.

Umzuplanen.

Das Licht im Grau zu sehen.

Und darauf zu vertrauen, dass alles seine Zeit hat.